Tourenwoche Abruzzen
12.02.2005 - 20.02.2005


Verfasser: Andrea Nigg
Teilnehmer: Diverse Tourenfreunde
Ort/Region: Abruzzen

Photos:
  

Samstag, 12.2.05

Pünktlich um 7.00 Uhr fuhren wir Richtung Abruzzen um unsere langersehnte Tourenwoche zu beginnen. In Biberbrugg luden wir unseren Bergführer Franz Zürcher ein und er übernahm das Steuer vom Bus. Kurz vor der Grenze in Chiasso wurde vollgetankt und im Bistro tranken wir Cappuccino und assen zum letzten Mal für eine Woche feine Schweizer „Gipfeli“. Das Mittagessen wurde kurz nach Bologna auf einer Autogrill Raststätte eingenommen. Die Weiterfahrt führte uns Richtung Pescara, wo auf der Autobahn an Egons Bus einen Platten repariert werden musste. Dank seiner guten Reaktion konnte Schlimmeres verhindert werden. Nach 12 Stunden Fahrt erreichten wir das auf 600 Meter gelegene Dorf Caramanico Therme.
Im Hotel Ede wurden wir mit einem Begrüssungsapéro herzlich empfangen und danach zum reichhaltigen 5-Gang Dinner geladen. Das Essen und der Hauswein waren excelent. Müde aber zufrieden zogen wir uns eher früh in die Zimmer zurück und fielen sofort in Tiefschlaf.


Sonntag, 13.2.05, Pesco Falcone

Start: 915 m. ü. M.
Gipfel: 2657 m. ü. M.
Zeit: 5 ½ Stunden

Punkt 7.00 Uhr erwartete uns ein grosses Frühstückbuffet mit allem was das Herz begehrt.
Bei Sonnenschein starteten wir zum ersten Gipfel. Je höher wir aufstiegen desto stärker wurde der Sturm und nach ca. 1.5 Std. erreichten wir die Znünihütte. Nach einer kurzen Rast ging es weiter und mit starken Winden erreichten wir den ersten Gipfel nach 5 1/2 Std. Die Aussicht war atemberaubend, reichte bis ans Meer und weit in die umliegenden Täler. Die Abfahrt erforderte von allen viel Können, hart gefrorene Bodenwellen, ein Couloir mit Powder, Bruchharst und schlussendlich Nassschnee. Glücklich, zufrieden und wohlauf erreichten wir unseren Bus. Zurück im Hotel wurde der Whirlpool (uiiii, Überschwemmung…) und die Sauna mit viel Enthusiasmus eingeweiht.


Montag, 14.2.05, Passo San Leonardo

Start: 1280 m. ü. M.
Ziel: 1850 m. ü. M.
Gipfel: 1920 m. ü. M.
Zeit: 1 ½ Stunden

Beim Frühstück waren alle frohgelaunt, obwohl es regnete. Franz versicherte uns jedoch, dass es auf dem Passt San Leonardo schneien würde. Somit wurde die Abfahrt Richtung Pass per 8.00 Uhr geplant. Auf dem Weg wurde ersichtlich, dass in der Nacht viel Neuschnee gefallen war. Im Hotel logierte eine Gruppe Österreicher, welche sich uns anschlossen. Um 8.50 wurde frohgemut bei leichtem Schneefall die 2. Tour begonnen. Zuerst führte uns ein leicht ansteigender Waldweg ca. 1 Stunde durch den tief verschneiten Wald. Nach dem Wald wurde es schnell steil und im ungeschützten Schräghang blies ein unfreundlicher Wind. Franz empfahl uns, warme Kleider für das letzte Stück anzuziehen. Nachdem wir den Vorgipfel erreichten, wurde der Wind zum Orkan und nach 200 Meter mussten wir nahezu blind umkehren. Im Steilhang entschärfte sich die Lage und mit viel Mühe konnten die Felle von den Skis genommen werden.
Im Wald wurde zur Sicherheit nochmals die Gruppe gezählt und es erwartete uns eine Slalombaumpulverschneeabfahrt. Zum Schluss wärmten wir uns im Passrestaurant mit Cappuccino-Bailys auf. Retour im Hotel, wurden sofort der Whirlpool und die Sauna gestürmt und zur Entspannung Prosecco getrunken. Danach wurden wir nach italienischer Kunst mit einem weiteren 5-Gang Menu verwöhnt. Der Wein war vorzüglich und wurde von allen gelobt und getrunken!


Dienstag, 15.2.05, „Blockhaus“

Start: 817 m. ü. M.
Gipfel: 2142 m. ü. M.
Distanz: 7 Kilometer
Zeit: 4.5 Stunden

Es schneite noch immer, aber wir freuten uns trotzdem wieder auf den Pulverschnee. Nach einer kurzen Fahrt starteten wir Richtung Blockhaus. Wiederum wurden wir von unseren Österreichischen Kollegen begleitet. Trotz grosser Neuschneemengen sanken wir nicht sehr tief ein, was ein Zeichen unserer südlichen Lage war, denn durch die hohe Luftfeuchtigkeit senkt sich der Schnee extrem schnell. Wir genossen den sanften Aufstieg durch die märchenhaft verschneiten Olivenhänge. Nach 3 Stunden wurde die erste Rast zur Stärkung gemacht, denn es erwarteten uns noch einmal 1.5 Stunden Aufstieg. In der letzten Aufstiegsstunde wurde es steil und der Wind wurde in den ungeschützten Hängen immer stärker und in den letzen 300 Metern war die Sicht gleich null. Franz hiess uns zu warten und lief einen Kreis um sicherzugehen, dass der Gipfel erreicht war. Wir deuteten es als Suche nach dem „Blockhaus“. Zu unserer Enttäuschung gab es leider keine Hütte. Nach einer kurzen Pause begaben wir uns auf die Abfahrt mit Franz und der Hilfe des GPS voraus. Nach ca. 400 Meter wurde die Sicht besser und wir konnten unbekümmert die Pracht des Powders geniessen. In den eher flachen Schlusshängen wurde das Rennen über kleine Sprünge lanciert und Fredy konnte nach einem Sturz unverletzt aber ohne Ski den Rest der Abfahrt geniessen.


Mittwoch, 16.2.05, Monte Rappina, Richtung Pesco Falcone

Start. 915 m. ü. M.
Gipfel: 2027 m. ü. M.
Zeit: 3 ¼ Stunden

Da die Verhältnisse noch immer nicht besser waren und wiederum grosse Neuschneemengen gefallen waren, entschloss sich unser Bergführer Franz wieder Richtung Pesco Falcone aufzubrechen. Die Sicht war nicht gut, aber wir wussten, dass uns trotzdem eine wunderschöne Abfahrt erwarten würde. Nach einem windigen Aufstieg erreichten wir nach 3 Std. 15 Min. den Monte Rappina. Da sich im nachfolgenden Couloir starke Schneeverwehungen befanden, entschied sich Franz zur Umkehr. Was wir auf der Abfahrt antrafen, wurde von den meisten mit „Pulver Explorasmus“ betitelt..! Im Hotel angekommen, machten wir uns für die Weiterreise bereit. Auf dem Weg nach Castel del Monte durften wir in Tocco da Casauria einen Weinkeller mit Olivenölvertrieb besichtigen. In unserem Hotel Gran Sasso angekommen, wurden die Zimmer bezogen und kurz nachher noch eine Dorfbesichtigung vor dem Nachtessen gemacht. Es war sehr eindrücklich wie viel Schnee in den Gassen lag und im Abendlicht war es richtig romantisch. Im Winter sind ca. 20 Personen wohnhaft, im Sommer sind fast alle Häuser besetzt und die „Heimweh Castel del Monte
Italiener“ geniessen dann die Kühle der Berge. Es hat 2 Bars und einen kleinen Laden wo wir beinahe die ganze Einwohnerschaft trafen. Retour im Hotel war schon der Apéro aufgetischt und danach wurden wir mit 5 Gängen typischer Italienischer Küche verwöhnt, natürlich hatte Franz wieder einen sehr guten Wein ausgesucht!


Donnerstag, 17.2.05, Monte Licciare

Start: 1320 m. ü. M.
Gipfel: 1642 m. ü. M.

Nach einem reichhaltigen Frühstück (was nicht immer üblich ist in Italien...), machten wir uns bereit für eine kleine Tour in der näheren Umgebung, da die Passstrasse noch nicht geöffnet war. Vor der Türe wurden wir durch den Hotelhund empfangen und er begleitete uns trotz Schneesturm bis zum Gipfel. Die Abfahrt wurde mit Pulver belohnt, leider hatte es auch ein paar Steine und es war zur Vorsicht geboten. Im Hotel wurden wir mit Suppe, kaltem Fleisch und Käse belohnt. Am frühen Nachmittag fuhren wir weiter nach L’Aquila wo wir von Insider Franz durch die Stadt geführt wurden. Danach wurde unser nächstes Ziel Hotel Campo Felice in Casamaina avisiert. Leider war das Hotel nicht so richtig gemütlich, es wurde mit Heizöl gespart. Trotzdem wurde in der Bar noch ein wenig getrunken und Fredy unterhielt uns mit einem breiten Repertoire an Witzen aus aller Welt. „Telle me Giovanni“, nur für Insider bestimmt...


Freitag, 18.2.05, Monte Ocre

Start: 836 m. ü. M.
Gipfel: 1372 m. ü. M.
Zeit: 2 1/2

Am Morgen wurden wir wieder von Nebel und leichtem Schneefall begrüsst. Franz führte uns Richtung Monte Ocre. Auf 1300 m im waren wir im Glauben den Gipfel erreicht zu haben, aber nachdem der Wind den Ocre freiblies, stiegen wir noch die restlichen paar Meter zum Ziel auf. Nach einer kurzen aber Pulvergekrönten Abfahrt stiegen wir glücklich in den Bus um unser letztes Tourenziel Arquata del Tronto zu avisieren.
Nach dem Zimmerbezug im Hotel Camartina wurde die auf einem Hügel gelegene Altstadt mit Burg besichtigt und eine ausgiebige Schneeballschlacht wurde mit grosser Euphorie ausgetragen. Danach trafen sich alle in der einzigen, kleinen Bar zum Apéro. Retour im Hotel freuten wir uns auf das von Franz angepriesene 6-Gang Menü. Wir wurden nicht enttäuscht und mit verschiedenen Italienischen Spezialitäten „alla Nonna“ verwöhnt. Nach dem Essen wurden Franz und Martin vom Herrn des Hauses in den Spirituosenkeller geführt und nachdem alle Eigenbrände degustiert wurden, glänzten die Augen doch ein wenig mehr als sonst... Wir anderen jassten und genossen das Zusammensein bei Wein und Bier.









Datei-Download:
Tourenwoche SKRJ 12.2 Bericht A. Nigg 05.doc


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